Weltmeisterschaft im Rettungsschwimmen 2026
DLRG-Team auf dem Weg zur Weltspitze
Beckum (blz). Es ist ein Abenteuer, das für die jungen Rettungsschwimmerinnen der DLRG Beckum-Lippetal schon lange vor dem Abflug begonnen hat. Südafrika, eine Weltmeisterschaft, internationale Konkurrenz und Wettkämpfe im Pool und im offenen Wasser: Für die Jugendlichen steht in diesem Jahr ein ganz besonderes sportliches Erlebnis bevor.
„Ich glaube, die Vorfreude überwiegt“, sagt Greta Rischmüller, Rettungsschwimmerin beim DLRG. Aufregung sei aber selbstverständlich dabei. „Es ist schon cool, einfach mit unserer Mannschaft zu so einem großen Wettkampf zu fahren.“ Für die jungen Sportlerinnen ist die Reise nicht irgendein Wettkampf. Sie treten erstmals bei einer Weltmeisterschaft an, bei der auch eine Jugendmannschaft der Beckumer DLRG dabei ist.
Die Geschichte des internationalen Rettungssports in Beckum begann dabei eher unspektakulär. Vor einigen Jahren fragten sich drei Vereinsmitglieder am Beckenrand, ob es nicht noch etwas anderes geben könnte, als „nur hier in Deutschland rumzupaddeln“. Aus der Unterhaltung entstand zunächst die Idee, an internationalen Wettkämpfen teilzunehmen.
Die Masters machten den Anfang. 2022 ging es zur Weltmeisterschaft nach Riccione in Italien. Dort feierte das Beckumer Team gleich drei Weltmeistertitel. Bei der Europameisterschaft 2023 in Brügge folgten 18 Medaillen, darunter sechs Goldmedaillen. 2024 ging es schließlich zu den Weltmeisterschaften nach Australien (die „Glocke“ berichtete). Die internationale Entwicklung blieb nicht ohne Folgen für den Nachwuchs. Als nun die Möglichkeit bestand, bei einer Weltmeisterschaft mit Jugendlichen anzutreten, lag der nächste Schritt nahe. „Bei uns war es das erste Mal, dass wir die Gelegenheit genutzt haben, zu sagen: Aufgrund der Qualität der Mädelsgruppe schicken wir die Leute hin“, erklärt Jürgen Supe, Vorsitzender der DLRG Beckum-Lippetal. Seit dem Sommer steht fest: Die Beckumer Nachwuchssportlerinnen wollen nach Südafrika.
Dass hinter der Reise mehr steckt als ein schönes Urlaubsziel, wird beim Blick auf den Trainingsaufwand deutlich. Die Jugendlichen trainieren regelmäßig fünfmal in der Woche. Für die Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft ist sogar eine zusätzliche Einheit hinzugekommen. Rettungsschwimmen ist längst Leistungssport. Die Disziplinen orientieren sich dabei am eigentlichen Zweck der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft: Menschen aus dem Wasser zu retten. Entsprechend ungewöhnlich sehen einige Wettkämpfe aus. Im Schwimmbecken werden beispielsweise Rettungspuppen eingesetzt. Im Freiwasser kommen dagegen verschiedene Rettungsgeräte zum Einsatz. Die Sportlerinnen müssen unter anderem mit Rettungsboards oder sogenannten Skis – kleinen, kajakähnlichen Geräten – umgehen. „Die ganzen Schwimmeinheiten beziehen sich auf das Retten von Menschen“, erklärt Supe. Deshalb werde beispielsweise mit Puppen trainiert. Im offenen Wasser kommen weitere Elemente hinzu.
Tuttenbrocksee als Trainingsort
Beckum(blz). Für die Beckumerinnen stellt sich dabei eine besondere Herausforderung: Das Meer lässt sich in Beckum nicht einfach nachbilden. Statt Wellen gibt es den Tuttenbrocksee. „Im Prinzip kann man gleich gut trainieren mit seinen Techniken“, erklärt Eva Stratbücker. Einen Unterschied gibt es allerdings: „Es ist halt was anderes mit den Wellen in Südafrika – je nachdem, wie hoch die vor einem sind.“
Deshalb wurde in diesem Jahr auch bereits an einem Trainingstag im offenen Wasser mit Wellenbedingungen gearbeitet. Schließlich wartet in Südafrika das Meer auf die jungen Rettungsschwimmerinnen. Was die jungen Sportlerinnen in Südafrika erwartet, ist für sie noch schwer vorstellbar. Ein besonderer Reiz liegt dabei nicht nur im Wettkampf selbst. Sie werden Sportlerinnen und Sportler aus vielen verschiedenen Ländern kennenlernen.
„Ich freue mich sehr, dass wir etwas von dem Land und der Kultur erleben“, sagt Mia Watzenig. Auch die internationale Atmosphäre sei etwas Besonderes. „Und dass wir auch die Leute aus den anderen Ländern kennenlernen und treffen.“ Englisch wird dabei zur gemeinsamen Sprache. Und auch sportlich betreten die Beckumerinnen Neuland. Eine Weltmeisterschaft hat noch keine von ihnen erlebt. Allein die Teilnahme sei „schon ein großer Ansporn für einen selber“, sagte Eva Stratbücker. Aufregung gehöre dazu. Für einige der Jugendlichen ist eine derart weite Reise eine völlig neue Erfahrung.
Die Weltmeisterschaften erstrecken sich über mehrere Gruppen und Altersklassen. Neben den Masters treten Nationalmannschaften sowie Vereinsmannschaften in verschiedenen Kategorien an. Die Beckumer Jugendlichen starten im Anschluss an die Wettkämpfe der Nationalmannschaften.
Für die jungen Sportlerinnen bedeutet das: Sie bekommen nicht nur ihren eigenen Wettkampf zu sehen, sondern erleben eine ganze Woche lang die internationale Welt des Rettungssports.
Hilfe, um Sportlern einmalige Erfahrung zu ermöglichen
Beckum(blz). Die Nachwuchsarbeit steht in diesem Jahr besonders im Mittelpunkt. Doch auch die erfolgreichen Masters der DLRG Beckum-Lippetal setzen ihre internationale Reise fort. Die Gruppe hat sich seit den ersten Wettkämpfen immer weiterentwickelt. „Das ist eine Gruppe, die sich schon 2022 gefunden hat“, berichtet Jürgen Supe. Ein Teil der Sportler bereitete sich damals bereits auf die Weltmeisterschaft in Italien vor. Seitdem ist die Gruppe zusammengewachsen.
Trainiert wird dreimal pro Woche gemeinsam. Zusätzlich treffen sich die Sportler teilweise noch einzeln, um bestimmte Abläufe und Disziplinen zu verbessern. Die Masters sind damit längst ein fester Bestandteil der internationalen Rettungssportszene der Beckumer DLRG. Eine Weltmeisterschaft auf einem anderen Kontinent bringt allerdings nicht nur sportliche Herausforderungen mit sich. Die Reise ist teuer. Insgesamt werden für die Teilnahme rund 30.000 Euro benötigt. Für einen Verein wie die DLRG Beckum-Lippetal ist das eine große Summe. Deshalb bittet die Ortsgruppe um Unterstützung. Denn hinter den Kosten stecken nicht nur Flugtickets und Unterkunft. Es geht darum, jungen Sportlerinnen eine einmalige Erfahrung zu ermöglichen und gleichzeitig die erfolgreiche Arbeit des Vereins auf internationaler Ebene fortzuführen.
Wer die Beckumer Rettungsschwimmer unterstützen möchte, kann dies über die eingerichtete Go-Fund-Me-Spendenaktion „Gemeinsam zur WM 2026 – Wir brauchen euch!“ tun.
Unter folgendem Link kann gespendet werden: https://gofund.me/9f3dcbd7b. Für weitere Informationen, Fragen und Spenden kann die Webseite des Vereins unter www.beckum.dlrg.de besucht werden.