Integration durch Sport/ Einer schenkt - zwei profitieren

Everswinkel - Flüchtlinge sind eine Bereicherung für die Sportvereine. Doch die Menschen zu fördern kostet Zeit und Geld. Im Rahmen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ überreichte der Kreissportbund Warendorf am Mittwochabend jeweils 1 500 Euro an neun Sportvereine im Kreis. Für Projekte, Aktionen und Fördermaßnahmen.

Die Stimmung im Everswinkeler Ratssaal war gut. Je zwei Vertreter der Vereine Warendorfer Sportunion, BSV Ostbevern, Tennisclub Drensteinfurt, TV Einigkeit Ahlen, SCDJK Everswinkel, DLRG Beckum, DJK Olympia Drensteinfurt, RSG Warendorf-Freckenhorst sowie TuS Freckenhorst hatten auch jede Menge Grund zur Freude.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Integration durch Sport“ überreichte ihnen Kreissportbund-Präsident Ferdi Schmal Schecks in Höhe von je 1500 Euro. Sie bekamen den Zuschuss, weil sie sich für die Integration von Flüchtlingen einsetzen. „Wir nehmen die Menschen als Ganzes im Blick. Schauen auf Hobbys und Interessen, denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Und Sport ist da ein guter Faktor“, sagte Sebastian Seidel, das funktioniere auch ohne große Kommunikation. Der Everswinkeler Bürgermeister machte damit deutlich: Zur Integration gehört auch die soziale Eingliederung. Und dabei können die Sportvereine einen wertvollen Beitrag leisten. Dem stimmte Ferdi Schmal zu. Er arbeite viel mit jungen Flüchtlingen. Der Kreissportbund (KSB) hat zusammen mit dem Kreisjugendamt, der VHS Warendorf und dem Jobcenter das Pilotprojekt „Übungsleiter C Ausbildung mit integriertem Sprachkurs für Flüchtlinge und Asylbewerber“ auf die Beine gestellt. Aus 45 Bewerbern seien 19 Übungsleiter geworden. Darunter zwei Mädchen.

„Wir nehmen die Menschen als Ganzes im Blick. Schauen auf Hobbys und Interessen, denn das Leben besteht nicht nur aus Arbeit. Und Sport ist da ein guter Faktor.“ - Sebastian Seidel

Allerdings musste Schmal zugeben, dass die Sprachdefizite schon ein Problem darstellen. Deshalb müsste man darauf noch mehr Wert legen. Wichtiger noch als die Sprache zu erlernen sei es schwimmen zu können, fand Sabine Lillmanntöns. Die Gleichstellungsbeauftragte der DLRG aus Beckum, erklärte, ihr Verein biete Schwimmkurse für Asylbewerber an, die sehr gut besucht würden. Wo vorher nur neun Männer teilgenommen hätten, seien es jetzt schon 40 Flüchtlinge, darunter viele Kinder.

Auch der Tennisclub Drensteinfurt hat sich für die Geflüchteten stark gemacht. Geschäftsführer Gerhard Herrmann erzählte, sein Verein habe die Kita Zwergenburg als Partner mit ins Boot geholt und würde Flüchtlingskinder trainieren.

15 Flüchtlinge betreut die Radsportgruppe Warendorf-Freckenhorst. Sie bieten Fahrstreckenseminare und Wochenendfahrten an.

Der SC DJK Everswinkel hatte eine Initiative gestartet und die Flüchtlinge gezielt eingeladen. Das Ergebnis: 30 Asylbewerber sind derzeit im Verein Mitglied, darunter ein Übungsleiter.

Die Sportvereine geben ein gutes Beispiel dafür, wie Flüchtlinge sozial integriert werden können – eine win-win-Situation, denn beide profitieren voneinander.

 

Quelle: "Westfälische Nachrichten" vom Fr. 30.6.2016