Wie Flüchtlinge zu Lebensrettern werden

Beckum (gl) - Wie gelungene Integration aussehen kann, zeigt das Beispiel von Jwan und Shiyar Mamou. Die beiden 20-jährigen Cousins aus Syrien sind im Oktober in Beckum angekommen. Um ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten, folgten sie einem Schwimmangebot der DLRG Beckum-Lippetal.

Im Beckumer Hallenbad haben die jungen Männer schwimmen gelernt und weiterhin regelmäßig geübt, so dass sie bis Weihnachten bereits das Jugendschwimmabzeichen in Bronze machen konnten. In der Schwimmgruppe fielen sie auf, weil sie schnell dabei halfen, ihre Kenntnisse an ihre Landsmänner weiter zu geben. Darum versuchte ihre Ausbilderin mit ihnen ein Rettungsschwimmabzeichen in Silber und hatte Erfolg. Beide Syrer sind seit Juni Rettungsschwimmer der DLRG, hatten ihren ersten Einsatz beim Feldmark-Triathlon in Sassenberg und sind nun für eine Woche in Pelzerhaken an der Ostsee.

Wachleiter Hans Albert Lange von der DLRG Rheda-Wiedenbrück nahm die beiden in seine Wachmannschaft auf. Sabine und Rainer Lillmanntöns aus Beckum betreuen die Cousins. Darüber hinaus steht ihnen aber auch die gesamte Wachmannschaft zur Seite. Schon nach kurzer Zeit fühlten sich Jwan und Shiyar wohl in Pelzerhaken und erkannten markante Stellen wieder. Die braucht man, um einen Rettungswagen einzuweisen oder über Funk zu erklären, wo man sich gerade befindet. Das Funken kannten sie aus ihrer Heimat nicht. Die beiden sind begeistert, dass an der gesamten Ostseeküste alle Retter über Funk vernetzt sind und geben sich beim Funken Mühe mit der deutschen Sprache, die sie schon sehr gut beherrschen.

In einem Fall durften sie abends schon an einer Rettungsübung mit Boot teilnehmen. Das war ein Abenteuer und hat gut funktioniert, wie die DLRG mitteilt. Der nächste Schwimmkursus, den die beiden selbst leiten dürfen, beginnt im September. Er ist schon jetzt ausgebucht.

Bericht aus der Glocke (26.8.'16)