DLRG-Jugend zurück von Segeltörn

Auch in diesem Jahr ging die Ferienfreizeit der DLRG-Beckum- Lippetal e.V. ans Wasser, doch diesmal gab's ein Schiffsabenteuer auf der Ostsee. Beginnend von Kappeln an der Schlei ging es mit dem 3-Mast- Schoner Pippilotta zu einem 10-tägigen Törn in Richtung dänischer Südsee. Obwohl weder die Jugendlichen, noch die Betreuer Erfahrungen an Bord eines Großseglers hatten, wurde bereits am ersten Seetag unter der Aufsicht von Kapitän Hartwig und seiner 3-köpfigen Crew unter vollen Segeln die kleine Insel Lyö angesteuert. Schnell wurde der Wortschatz der Mannschaft um Begriffe wie Klüver, Fock-, Schoner-, Haupt- und Besansegel erweitert. Steuer- und Backbord waren feste Bestandteile in den Anweisungen der Crew und auch Klaufall, Piekfall und Bullenstander waren bald keine Fremdworte mehr.

Natürlich kam bei den bis zu 9-stündigen Etappen das Bordleben nicht zu kurz. Alle wurden in die Navigation eingewiesen und in Knotenkunde ausgebildet. Das Steuern des Seglers gehörte ebenso zu den Aufgaben der Jugendlichen, wie ‚Klar-Schiff’ machen und das gemeinsame Kochen unter Deck. Aber es blieb auch Zeit, sich bei herrlichem Wetter an Deck zu sonnen oder sich bei sportlichen Aktionen zu messen. Abends ging es in den schönen Häfen oft noch zum Strand oder man saß bis spät in der Nacht an Deck. Zu den Highlights gehörten sicherlich die Stopps auf offener See zur Badepause in der Ostsee. Dabei war der Sprung vom Achterdeck mit einer Höhe von mehr als 4 Metern schon eine Mutprobe. Trotz oft schwachem Wind wurde die Insel Fünen in neun Seetagen umrundet und der Heimathafen Kappeln wieder erreicht.

Dieser Segeltörn war mit seiner räumlichen Enge und den vielfältigen Aufgaben in der Gemeinschaft an Bord für die Jugendlichen sicherlich eine neue Erfahrung, aber die Aussage der Teilnehmer war: wir kommen wieder!

 

Tagesberichte

Anreise

Die erste Hürde ist gemeistert und die Teilnehmer der Ferienfreizeit auf der "Pippilotta" sind nach einer 7-Stündigen Fahrt alle gesund und munter an Bord gegangen. Die erste gemeinsame Aufgabe bestand darin, das Gepäck in einer Reihe stehend an Board zu bringen. Dort wurden dann die Kajüten bezogen. Anschließend hat sich unser Kapitän Hartwig Schröder vorgestellt. Danach wurde der Grill angeworfen und Salat gemacht. Nach einem guten Abendessen gingen wir voller Vorfreude auf das morgige Ablegen und Segelsetzen zu Bett.

Tag 1

Nach einer Sicherheitseinweisung und Erklärung der Regeln an Bord sind wir heute morgen zeitig Richtung Dänemark in See gestochen. Nachdem wir die Schlei verlassen haben, wurden die Segel gesetzt. Wir wurden in das Navigieren und das Steuern eingewiesen und segelten zunächst auf die Insel Fyn zu. Nachdem sich die Sonne den ganzen Tag nicht blicken lies, leistete sie uns kurz vor Erreichen der Insel Lyø doch noch Gesellschaft. Nun ankern wir vor der Insel und machen uns einen gemütlichen Abend auf dem Schiff.

Tag 2

In der letzten Nacht wurde zum ersten Mal Nachtwache gehalten, bei der immer zwei Teilnehmer auf dem Deck Schicht hatten. Mit strahlendem Sonnenschein wurde die gesamte Crew dann gegen 7:30 geweckt. Nach einem gemeinsamen Frühstück an Bord haben wir dann den Anker gelichtet und uns auf den Weg auf die Insel Lyø gemacht. Während einige direkt die Duschen aufsuchten, gingen andere zunächst zum "Tante Emma Laden" oder an den Strand zum Schwimmen oder Spazieren gehen. Gegen Mittag legten wir wieder ab und segelten zur Insel Ærø, wo wir nun im Hafen von Ærøskøbing liegend die Stadt erkunden oder das Abendessen vorbereiten.

Tag 3

Nach einer langen Nacht und einem morgendlichen Spaziergang mit Angeln, der so spannend schien, dass Einige das Ablegen um 10 Uhr beinahe nicht mitbekommen hätten, segelten wir in Richtung Lundeborg. Nach einigen "Halsen" und "Wenden" (bei denen die Segel auf die andere Seite gebracht wurden) und dem Steuern in einer schmalen Fahrrinne (Svendborg Sund) sind wir in dem kleinen Hafen angelangt. Dort haben wir den Abend an einem großen Spielplatz oder am Strand verbracht. 

Tag 4

Bei einem wunderschönen Sonnenaufgang starteten einige Teilnehmer der Ferienfreizeit in den heutigen Tag. Nach einem ausgiebigen Frühstück segelten wir weiter um Fyn (dt. Fünen) herum. Dabei fahren wir auch unter der beeindruckenden Ærø-Brücke her. Außerdem wurde heute auf dem Schiff der Mittelklüver, welcher repariert worden war, angebracht. Dies war für die Beteiligten eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe. Zudem konnten wir ein riesiges Containerschiff von Mærsk an uns vorbeifahren sehen, welches 400m lang und 60m breit ist. Damit an Bord keine Langeweile aufkommt, hat das Crew-Mitglied Ariane uns ein wenig Knotenkunde gelehrt. Für die Nacht liegen wir nun im Hafen von Kerteminde, wo wir bei strahlendem Sonnenschein schon am Strand schwimmen waren und die Sonne genossen haben.

Tag 5

Heute segelten wir bei strahlendem Sonnenschein und ohne eine einzige Wolke am Himmel um die Nordspitze von Fyn. Dabei haben wir den gestern angebrachten Mittelklüver zum ersten Mal gesetzt. Da wir zwar viel Sonne, aber wenig Wind hatten, segelten wir mit allen Segeln. Dies war nur möglich, da einige Mädchen gestern und heute den Innenklüver genäht haben. Bei dem wunderbaren Wetter herrschte top Stimmung an Bord, sodass sich die Meisten sonnten und der Duft von Sonnencreme über das gesamte Deck wehte. Einige wurden sogar übermütig und maßen sich bei einem Liegestütz-Wettkampf miteinander. Am Abend legten wir im Hafen von Bogense an, wo sich viele im Meer abkühlen gingen und anschließend bei Popcorn den traumhaften Sonnenuntergang genossen. 

Tag 6

Nachdem am Morgen wieder gutes Wetter war, zog es sich als wir los segelten etwas zu. Als dann gegen Mittag die Sonne wieder herauskam, kehrte auch der Übermut einiger Teilnehmer zurück. Heute gab es Duelle im Planking und Crunchen. Zum Mittagessen war "Captain's Dinner", wo Kapitän Hartwig für alle Pfannkuchen gebacken hat. Am Nachmittag machte Ariane wieder etwas Knotenkunde mit uns. Anschließend haben wir mit der Crew gesungen, bis die Flaute vorüber war und wir in den Hafen von Middelfart segelten. Dort haben einige der Teilnehmer einen Schweinswal aus nächster Nähe gesehen.

Tag 7

Am Morgen haben die meisten Teilnehmer nach dem Frühstück einen Waldspaziergang zu einem nahegelegenen Wildgehege gemacht,wo sich die Tiere allerdings überwiegend verdeckt hielten. Da heute so gut wie kein Wind herrschte, sind wir fast den ganzen Tag mit Unterstützung des Motors gefahren. Auf unserem Sonnendeck schulten wir bei schönem Wetter unsere Koordinationsfähigkeit beim Erlernen des Cup-Songs. Am Nachmittag haben wir auf dem Meer angehalten, die Segel eingeholt und einen Badestopp eingelegt. Dabei durften wir alle vom Deck ins Wasser springen oder uns mit einem Tau der Rar wie Tarzan ins Wasser schwingen lassen. Anschließend haben wir uns in der Sonne wieder gewärmt und getrocknet. Jetzt liegen wir im Hafen von Aarøsund auf dem dänischen Festland. Dort lassen wir den Abend entspannt mit etwas Musik ausklingen.

Tag 8

Am letzten kompletten Segeltag ist der Sohn des Kapitäns zugestiegen und segelte im Tigerkostüm mit uns mit. Dabei spielte er die ganze Zeit mit den Teilnehmern. Die Mädels verbrachten den Morgen damit, einen Kuchen zu backen, was ohne elektrischen Strom eine völlig neue Erfahrung darstellte. Heute wurde außerdem der Innenklüver zu Ende genäht und sofort gesetzt. Am Nachmittag legten wir wieder einen Badestopp ein. Eigentlich wollten wir die Nacht im Hafen von Sønderborg verbringen. Leider war ein Platz für die größeren Schiffe von der beeindruckenden Yacht von Königin Margarethe ΙΙ. belegt. Da auch an den restlichen Anlegeplätzen des Hafens bereits Schiffe lagen, mussten wir leider weiter fahren und liegen nun im Hafen von Gelting auf dem deutschen Festland. 

Tag 9

An unserem letzten Tag fuhren wir zeitig um 8:00 Uhr los, um pünktlich im Stadthafen in Kappeln anzukommen. Während vor allem die Crew die Pippilotta ohne Segel unter Motorkraft in Richtung Heimathafen steuerte, wurden von uns die letzten Taschen gepackt und klar Schiff gemacht. Gegen 13 Uhr verabschiedete sich Hartwig bei jedem persönlich und es ging mit vollem Kofferraum und Hänger in Richtung Beckum. Dort um 21:00 Uhr angekommen, wurden wir von wartenden Eltern in Empfang genommen.